Eine Nacht in der Backstube

Veröffentlicht am 13.10.20

In der Backstube

Draußen scheint die Welt still zu stehen. Alle schlafen, es ist dunkel, absolute Stille. Die Straßen sind wie leer gefegt, niemand ist unterwegs. Bis auf ein paar tapfere Bäckerinnen und Bäcker, die jede Nacht aufs Neue auf­stehen, ihrer Arbeit nachgehen und damit jeden Morgen Kunden glücklich machen. Das Hygienehäub­chen aufgesetzt, die Füße über die Schwelle der Back­stube gesetzt und Sie werden in eine andere Welt ein­tauchen. Eine Welt, die man in dieser Form sonst nicht findet. Gäbe es den Weihnachtsmann, wäre das Leben der Backstube mit der Wichtelwerkstatt vergleichbar. Die Bäckerinnen und Bäcker arbeiten auf Hochbetrieb: Teig wird ge­knetet, Eier geschlagen, Kuchen gebacken, Brötchen in Körnern gewälzt. Jeder Handgriff sitzt. Eine Welt, die für Außen­stehende chaotisch erscheint, in der aber alles genau organisiert ist, alle Hand in Hand arbeiten und jeder sei­nen Platz und seine Aufgaben kennt. Eine Welt, die so ganz anders ist, als die Stille und Dunkelheit draußen.

 

Unglaubliche Mengen

Wenn Sie denken, dass sich der Backprozess in der Backstube nicht oder nur kaum von dem Backerleb­nis zuhause unterscheidet, dann werden Sie staunen. Alleine die Massen an Zutaten sind atemberaubend. Hier werden ganz andere Mengen Mehl, Salz oder auch Wasser verarbeitet. Mehl kommt eher kilogramm- statt grammweise zum Einsatz. Das Wasser kommt nicht aus dem Wasserhahn, sondern wird direkt aus Schläuchen in die großen Teigbehälter geleitet. Ein­fache Handrührgeräte sucht man in der Backstu­be vergebens, große Knetmaschinen verrichten ihr Werk. Selbst die Schneebesen haben hier Übergröße.

 

Verführerische Gerüche

Jeder einzelne Bereich in der Backstube hat seinen eigenen, wunderbaren Geruch. Wenn Sie vor den überdimensionalen Öfen stehen, weht Ihnen der ver­führerische Duft von frisch gebackenem Brot entge­gen. Wem geht da nicht das Herz auf? Aus der nächsten Ecke ist schon von weitem der aromatische, angeneh­me Geruch des Süßgebäcks wahrnehmbar. Muffins, Nussschnecken, Kaffeehörnchen, Berliner, Süßgebäck in allen Formen und Farben...alles, was das Herz be­gehrt und das auf einem einzigen Fleck. Da schlagen die Herzen der Süßwarenliebhaber doch sofort höher.

 

Überraschung über Überraschung

Aber nicht nur die Düfte sind betörend, auch die Ar­beitsschritte und -mittel sind interessant und teilwei­se überraschend. Einige Herstellungsverfahren hätte man so nicht erwartet. Hier sehen Sie, wie die Kuchen und Torten zu ihrer leckeren Füllung kommen. Der Schokoladenmaschine kann dabei zugeschaut werden, wie sie regel­mäßig ihre Kreise zieht und unglaubliche Mengen an Schokolade schmilzt. Wie kommen die Amerikaner eigentlich zu ihren Streifen? Und in welcher Reihen­folge gelangt etwas in und auf die Backwaren? Schließlich finden die Backwaren ihren Weg in die Öfen, vor denen es so wunderbar warm ist. Ganz im Gegensatz zu den Kühlkammern, vor denen ihnen eine eisige Kälte entgegenschlägt.

 

Die Backwaren machen sich auf den Weg

Aber nicht nur die Herstellung und Verarbeitung ge­hören zu den Aufgaben unserer Bäckerinnen und Bä­cker. Auch die anschließende Verteilung fällt ihnen zu. In der Backstube gibt es einen Bereich, der einzig dazu dient, dass die Backwaren richtig zugeteilt wer­den. Es gibt eine klare Ord­nung, so dass sich nichts auf den falschen Weg begibt. Zu Beginn der Nacht herrscht in dem Bereich gähnende Leere, zum Ende der Nacht ist alles vollgestellt mit Kühlbehältern, Wägen und Broten, wohin man auch schaut. Jede Filiale hat ihren eigenen Platz in der Backstube, wie auch jeder Verkaufswagen. Alle Mengen und Pro­dukte sind genau vermerkt, alles exakt aufgelistet. Die LKWs, die die Filialen beliefern, werden vollgeladen und fertige Brote, jede Menge Brötchen und Süßgebäck, Teiglinge, Torten und Kuchen machen sich auf den Weg. Sie landen in den Filialen, wo sie am Morgen an glückliche Kunden verkauft wer­den. So geht die Nacht langsam ihrem Ende zu.

 

Ein packendes Erlebnis

Die Backstube ist vielfältig. Gerüche, Temperaturen, Teige, Backwaren, aber auch die Persönlichkeiten aller Mitarbeiter. Hier erlebt man gemeinsam eine ganz besondere Atmosphäre und taucht in die Zauberwelt des Bäckerhandwerks ein.