Die Relevanz des Employer Brandings

Veröffentlicht am 12.06.20

Der Fachkräftemangel steigt, zahlreiche Branchen sind betroffen. Es stehen weitaus mehr Arbeitnehmer in Deutschland vor dem Ruhestand, als neue Arbeitskräfte nachkommen. Die traditionellen Handwerksberufe sind besonders betroffen. Immer mehr Schulabgänger studieren, immer weniger entscheiden sich für eine herkömmliche Ausbildung. Darunter leidet auch die Bäckereibranche. In einigen Branchen ist der Begriff des Employer Brandings bereits seit Jahren fester Bestandteil. In anderen Branchen ist die Thematik Neuland. Gibt es in modernen Unternehmen sogar Employer Branding Manager, taucht die Begrifflichkeit in traditionellen Unternehmen kaum auf. Kaum jemand, der mittlerweile noch nie mit der Thematik in Berührung kam, die Relevanz wird jedoch von vielen weiterhin unterschätzt. Doch wie soll man in Zeiten des Fachkräftemangels bestehen, wenn man sich nicht an die geänderten Bedingungen anpasst?

 

Was bedeutet Employer Branding überhaupt?

Employer Branding nimmt einen zunehmend höheren Stellenwert ein. Während es in einigen Unternehmen bereits täglich gelebt und ausgebaut wird, ist es in vielen Unternehmen noch vollkommen unbekannt. Die Relevanz und Tragweite werden noch immer unterschätzt. Doch wie sollen potenzielle Arbeitskräfte auf mein Unternehmen aufmerksam werden und sich für uns entscheiden, wenn wir uns nicht von den Konkurrenten abheben? Hier heißt es eine Arbeitgebermarke zu schaffen. Anreize zu schaffen. Anders zu sein. Die Arbeitnehmer für sich zu gewinnen, indem man eine Marke schafft, indem man als Arbeitgeber eine Marke wird. Eine Marke, die sich durch besondere Merkmale auszeichnet und diese konsequent lebt und verfolgt.

 

Was sind Bestandteile des Employer Brandings?

Employer Branding kann nicht pauschal über einen Kamm geschert werden. Es verändert sich von Branche zu Branche, von Arbeitgeber zu Arbeitgeber, selbst die Regionen und somit Einstellungen der Menschen können einen Einfluss auf die Form des Employer Brandings haben. So sind in ländlichen Regionen gänzlich andere Inhalte erfolgreich, als im urbanen Raum. Genauso lassen sich auch die IT-Branche und das Bäckerhandwerk nicht miteinander vergleichen. Was sich jedoch durch alle Bereiche zieht, ist, dass die Arbeitnehmer sich gesehen und wertgeschätzt fühlen müssen. Dies sollte im Fokus stehen, wenn man als Arbeitgeber beginnt, sich mit dem Aufbau von Employer Branding zu beschäftigen.

 

Zahlreiche Veränderungen

Bäckereien stehen häufig vor der Herausforderung der zunehmenden Digitalisierung. Skepsis und teilweise auch Sorgen und Ängste halten viele Betriebe davon ab, sich auf die Digitalisierung einzulassen. Dabei ist es heute unabdingbar. Auch im Bereich der Mitarbeiterbeschaffung, die stark mit dem Employer Branding verbunden ist, ist die Digitalisierung heute nicht mehr wegzudenken. Stellenanzeigen in lokalen Printmedien reichen nicht mehr aus. Möchte man die junge Zielgruppe erreichen, die die Arbeitnehmer der Zukunft darstellen, müssen Stellenanzeigen auch online veröffentlicht werden. Jobbörsen wie Indeed, aber auch Social Media Kanäle eignen sich hervorragend zur Ausschreibung von offenen Stellen. Doch auch bei Stellenanzeigen sollte man sich von der Konkurrenz abheben, herausstechen und anders sein. Nur so fällt man auf und zieht mehr Leute an. Beschäftigen Sie sich mit den Wünschen, Bedürfnissen und Interessen Ihrer Zielgruppe. So ist es weitaus einfacher, die Stellenanzeigen so zu formulieren, dass Sie Ihre Zielgruppe ansprechen. Flexible Arbeitszeit ist heute beispielsweise eines der zentralen Themen, mit dem man Arbeitskräfte lockt.

Onlinepräsenz

Was die Onlinepräsenz von Bäckereien angeht, ist noch viel Spielraum vorhanden. Viele Bäckereien haben noch keine Website. Geschweige denn von Social Media Kanälen. Dabei sind das heutzutage die Kommunikationskanäle, über die man mit potenziellen Arbeitskräften in Kontakt treten kann. Machen Sie durch eine moderne Website auf sich aufmerksam. Junge Leute bevorzugen einen modernen Arbeitgeber, dem sie sich stärker verbunden fühlen, weil er ihre Interessen und Bedürfnisse zu verstehen scheint. Präsentieren Sie Ihr Unternehmen mit regelmäßigen Posts bei den Social Media Kanälen. So steigt nicht nur ihre Bekanntheit, sondern auch ihre Attraktivität als Arbeitgeber. Selbstverständlich sollten die Inhalte relevant, hochwertig und optisch ansprechend sein.

 

Wertschätzung

Employer Branding besteht zu einem großen Teil auch aus der Wertschätzung. Zahlreiche Studien belegen, dass die Motivation der Arbeitnehmer zu einem Großteil von der entgegengebrachten Wertschätzung durch die Geschäftsleitung abhängt. Zeigen Sie Ihren Mitarbeitern, dass Sie sie zu schätzen wissen. Dies ist über verschiedenste Wege möglich. Veranstalten Sie regelmäßige Mitarbeiterevents, die auf die Interessen Ihrer Mitarbeiter zugeschnitten sind. Überzeugen Sie durch kleine Aufmerksamkeiten zu Geburtstagen, Hochzeiten und ähnlichen Anlässen. Binden Sie Ihre Mitarbeiter in relevante Entwicklungen und Vorgänge des Unternehmens ein. Und vor allem: Loben Sie Ihre Mitarbeiter im Alltag – kaum etwas ist wirkungsvoller und sorgt für eine bessere Atmosphäre und Motivation.

 

Maßnahmen in Bäckereien

Sicherlich fragen Sie sich jetzt, wie konkrete Maßnahmen bei Bäckereien aussehen können? Zunächst sollten Sie in der heutigen Zeit für einen modernen und ansprechenden Online-Auftritt sorgen. Ein Großteil der Deutschen holt sich heute Informationen über ein Unternehmen im Internet ein. Sind Sie nicht vertreten, haben Sie es weitaus schwerer, potenzielle Arbeitskräfte für sich zu gewinnen. Wer möchte nicht schon vor der Bewerbung mehr über ein Unternehmen erfahren? Und nicht nur Websites sind hier hilfreich, sondern auch die Präsenz bei Instagram und Facebook sind relevant. Posten Sie regelmäßig interessante Beiträge, die mit Ihrem Unternehmen oder Ihren Produkten zu tun haben. Angebote sind ebenso interessant wie fachspezifische Tipps und Tricks.

Sie möchten Ihren Mitarbeitern einen tollen Start in den neuen Job ermöglichen? Auch das Thema Onboarding ist ein zentraler Aspekt des Employer Brandings. Der erste Eindruck zählt. Fühlt sich ein Mitarbeiter von Anfang an wohl und wird gut aufgenommen, identifiziert er sich weitaus schneller und besser mit Ihrem Unternehmen, als wenn er sich alleine gelassen und nicht gesehen fühlt. Stellen Sie neuen Mitarbeitern eine Vertrauensperson zur Seite. Einen vertrauensvollen Ansprechpartner, an die der neue Mitarbeiter sich jederzeit mit allen Problemen, Sorgen und Anregungen wenden kann.

Auch eine Mitarbeiterzeitung sorgt für Freude und eine stärkere Identifikation mit dem Unternehmen. Über diesen Kanal können Sie nicht nur Ihre Mitarbeiter in den Fokus stellen, Ihnen Interesse und Wertschätzung entgegenbringen, ihnen das Gefühl geben, gesehen zu werden, sondern diese auch immer auf dem neusten Stand halten und in die Entwicklungen einbeziehen.

 

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie man sich von anderen Arbeitgebern abhebt. Wie man Mitarbeiter für sich gewinnen und anschließend halten kann. Wie man ein attraktiver Arbeitgeber wird. Beschäftigen und analysieren Sie die Bedürfnisse und Wünsche Ihrer Zielgruppe und bauen Sie darauf Ihr ganz eigenes Employer Branding auf. Es wird sich auf jeden Fall lohnen…