Mythen rund um's Brot

Veröffentlicht am 04.12.20

 

1.        Schimmel am Brot kann einfach abgeschnitten werden

Hat das Brot erst einmal Schimmel angesetzt, sollte es auch entsorgt werden. Leider kann somit nicht einfach der Schimmel abgeschnitten und das restliche Brot verzehrt werden. Oft ist es so, dass sich bereits Schimmelpilzsporen an einigen Stellen befinden oder sich die Fadenspuren im ganzen Brot verteilt haben, diese aber noch nicht sichtbar sind und der Schimmelpilzbefall noch nicht als solcher identifiziert werden kann. Grundsätzlich ist nicht jede Schimmelpilzart giftig, jedoch lassen diese sich schwer unterscheiden. Häufig jedoch sind die Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen giftig und können die Leber schädigen. Wird das Brot am Stück aufbewahrt, ist es länger haltbar und schimmelt nicht so schnell wie ein geschnittenes Brot. Da Brot durch eine falsche Lagerung oder Berührung mit Feuchtigkeit schneller schimmelt, sollte das Brot bestenfalls in einem luftdichten Brotbehälter gelagert werden.

 

2.       Brot macht dick

Dieser Mythos ist sehr verbreitet, jedoch gilt hier: Es kommt immer darauf an, wie viel gegessen wird, denn grundsätzlich sind die Nährstoffe von Brot eine gute Basis für eine gesunde Ernährung. Es stimmt, dass Brot sehr energiereich ist. Brot macht durch die enthaltenen Kohlenhydrate lange satt, doch Auswirkungen auf eine Gewichtszunahme hat dies erst, wenn mehr Kohlenhydrate zu sich genommen werden als der Körper verbrennen kann. Außerdem muss auch zwischen kurz- und langkettigen Kohlenhydraten unterschieden werden. Zu den kurzkettigen Kohlenhydraten zählen beispielsweise Fertigprodukte, welche schnell Energie liefern, jedoch sofort ins Blut gelangen und den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lassen. Solche Produkte lösen oft Hungerattacken aus, da sie nicht lange satt machen. Greift man jedoch auf langkettige Kohlenhydrate zurück, welche ganz besonders in Vollkornprodukten enthalten sind, werden genau solche Hungerattacken vermieden und eine länger anhaltende Sättigung fördert sogar die Gewichtsabnahme.

 

3.       Brot verursacht Verstopfung

Diese Aussage ist tatsächlich falsch, denn Brot wirkt sich ganz im Gegenteil positiv auf die Verdauung aus. Es kann natürlich sein, dass der Körper die Ballaststoffe aufgrund einer zuvor allgemein ballaststoffarmen Ernährung zunächst schlecht verarbeiten kann. Hier wird empfohlen, nach und nach die Menge der Ballaststoffe zu steigern und den Körper an die gesündere Ernährung zu gewöhnen und möglichen Folgen wie einer Verstopfung vorzubeugen. Tatsächlich kommen laut der nationalen Verzehrstudie etwa 41 % der Ballaststoffe von Getreideerzeugnissen. Backwaren und besonders Vollkorn- oder Roggenbrote sind sehr ballaststoffreich und gehören zu den wichtigsten Nahrungsmitteln für eine gute Quelle gesunder Ballaststoffe. So trägt beispielsweise Vollkornbrot zu einer gesunden Verdauung bei.

 

4.      Je dunkler das Brot ist, desto gesünder ist es

Ob ein Brot gesund oder ungesund ist, lässt sich nicht immer anhand der Farbe bestimmen auch wenn ein gesünderes Vollkornbrot eine etwas dunklere Farbe hat. Entscheidend sind immer die Inhaltsstoffe eines Brotes und wie hoch der Vollkornanteil an dem jeweiligen Brot ist. Die gesunden Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe eines Getreidekorns liegen in den äußeren Schichten. Diese werden bei Vollkornprodukten ebenfalls verwendet und mit vermahlen, was zu einem gesünderen und dunkel gefärbten Brot führt. Weizenprodukte enthalten die nährstoffreichen Inhaltsstoffe der Schale nicht, da sie vor dem Mahlen entfernt werden, enthalten aber sehr viel pflanzliches Eiweiß. Da es jedoch auch helle Vollkornprodukte gibt und helle Brote teilweise eingefärbt werden, kann nicht automatisch von der Farbe ausgegangen werden. Daher gilt immer: Die Zutaten zählen!

 

5.       Warmes frisches Brot verursacht Bauchschmerzen

Grundsätzlich ist es wichtig, dass ein Brot fertig ausgebacken wird bevor es aus dem Ofen genommen wird. Ob es allerdings bei einem unmittelbaren Verzehr danach zu Bauchschmerzen kommt, kann nicht allgemeingültig beantwortet werden. Dies ist von Person zu Person unterschiedlich und kann ebenso verschieden gut vertragen werden. Es kann natürlich sein, dass das frische Brot sehr lecker ist, woraufhin eine zu große Menge in sehr kurzer Zeit gegessen wird und der Körper dies schlechter verarbeiten kann. Eine gesundheitsschädliche Gefahr besteht hier jedoch nicht.