Nachhaltigkeit in der Bäckereibranche

Veröffentlicht am 09.04.20

Auch in der Bäckereibranche gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltig zu handeln. Die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen, die Stärkung der Region, die Stärkung des gesellschaftlichen Bewusstseins für eine gesunde Lebensweise, die Förderung der Kulturen, die Optimierung von Prozessen oder auch die Einführung zukunftsweisender Technologien zählen ebenso zu einem nachhaltigen Handeln mit Weitblick wie das Ergreifen ökologischer Maßnahmen. Wir möchten diesen Blogbeitrag nutzen, um Ihnen einige dieser Möglichkeiten aufzuzeigen.

 

Soziale Nachhaltigkeit

Wir starten bewusst nicht mit der ökologischen Nachhaltigkeit, da besonders jene Bereiche interessant sind, denen in gesellschaftlichen Diskursen weniger Beachtung geschenkt wird und die somit weitaus unbekannter sind. Ist doch mal von sozialer Nachhaltigkeit die Rede, dreht es sich meistens einzig um die Mitarbeiter, wobei es zahlreiche weitere Aspekte gibt. Die Mitarbeiter sind allerdings Dreh- und Angelpunkt eines Unternehmens. Ohne Mitarbeiter würde kein Unternehmen funktionieren. Deswegen sollten sie auch klar im Fokus des sozial nachhaltigen Handelns stehen. Mitarbeiterzufriedenheit und Mitarbeiterbindung sind zentrale Begriffe. Unzufriedene Mitarbeiter verlassen das Unternehmen über kurz oder lang. Identifizieren sich Mitarbeiter nicht mit dem Unternehmen, suchen sie langfristig nach einer Alternative. Doch wie sorgt man für eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit und schafft eine Mitarbeiterbindung in der Bäckereibranche? Die Branche befindet sich im Niedriglohnsektor, was es zunehmend schwer macht, geeignete und gute Arbeitskräfte zu finden. Auch die Ausbildungszahlen sinken stetig. Umso wichtiger ist es, gute Arbeitskräfte durch eine starke Identifikation mit dem Unternehmen und Zufriedenheit im Job lange an den eigenen Betrieb zu binden. Es gibt die Maßnahmen, die jedem von uns bekannt sind: Wertschätzung, Authentizität der Führungskräfte, ehrliches Lob oder auch das offene Ohr für die Mitarbeiter. Zu oft treten diese Punkte im Alltag jedoch in den Hintergrund oder werden nicht konsequent verfolgt.

Darüber hinaus gibt es natürlich weitere Möglichkeiten, die wir in unseren Betrieben umsetzen und auf deren Umsetzung wir großen Wert legen. Jeder unserer Betriebe hat seine eigene, individuelle Mitarbeiterzeitung. Ob die Krome News bei Krome´s Backstube oder die BBNN bei der Badischen Backstub´ - Mitarbeiterzeitungen bringen den Angestellten Wertschätzung entgegen. In der Zeitung werden die Mitarbeiter über alles informiert, was für sie von Interesse ist oder eine Bedeutung hat. Das Ziel ist es, die Mitarbeiter in das große Ganze einzubinden, ihnen zu zeigen, dass sie ein wertvoller Bestandteil des Unternehmens sind, dass von oben nicht nur Entscheidungen kommen, sondern sie auch eingebunden werden. Wir möchten den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zeigen, welch hohe Relevanz sie für uns haben und wie dankbar wir sind, sie zu haben.

Im vergangenen Jahr haben wir die Haus der Bäcker Akademie gegründet. Über die Akademie ist es uns möglich, gemeinsam mit unseren Bäckereien, Schulungen und Weiterbildungen für alle Angestellten anzubieten. Wir möchten allen Mitarbeitern die Möglichkeit geben, ihr bestehendes Wissen zu erweitern, aufzufrischen oder gänzlich neue Themen kennenzulernen. Das sind nur zwei Maßnahmen, die in der Bäckereibranche ergriffen werden können, um die Mitarbeiter glücklich zu wissen.

Aber auch die Stärkung der Region ist ein sozialer Aspekt der Nachhaltigkeit. Sei es durch den Bezug regionaler Rohstoffe oder die Unterstützung regionaler Projekte. Wir unterstützen mit unseren Betrieben regelmäßig regionale Wohltätigkeitsprojekte wie beispielsweise die „Aktion Lichtblicke eV“ mit Krome´s Backstube oder die „Mäusle“-Aktion der Badischen Backstub´. In beiden Fällen gehen Spenden an regionale soziale Einrichtungen. Das interkulturelle Miteinander zu stärken, ist kaum ein Problem in der Bäckereibranche. Nicht wenige der Bäckereien in Deutschland bilden mittlerweile Flüchtlinge aus. Sie sehen, dass es verschiedenste Möglichkeiten der sozialen Nachhaltigkeit in der Bäckereibranche gibt.

 

Ökologische Nachhaltigkeit

In immer mehr Unternehmen wird sie gelebt: die ökologische Nachhaltigkeit. Auch wir haben sie uns auf die Fahnen geschrieben und möchten all unsere Betriebe in die Klimaneutralität führen. Zu groß ist die Belastung, die wir unserer Erde jeden Tag zumuten. Wir sehen uns als Unternehmer in der Verpflichtung, dass wir unseren Teil dazu beitragen, dass die Umwelt geschützt wird und sowohl wir, als auch nachfolgende Generationen, ein lebenswertes Leben auf unserer Welt haben. Um diesen Beitrag leisten zu können, haben wir uns intensiv mit Alternativlösungen zu umweltschädlichen Materialien und Herstellungsverfahren auseinandergesetzt. In der Bäckereibranche ist es an diversen Stellen, möglich umweltbewusste Alternativen einzuführen. Statt der herkömmlichen Preisschilder, die zu großen Teilen Plastik enthalten, sind wir auf BIO PVC Karten umgestiegen, die vollständig biologisch abbaubar sind und keine umweltschädlichen Stoffe hinterlassen. Geschnittenes Brot in Plastik zu verkaufen, wird bei uns in jeder neuen Bäckerei immer schnellstmöglich abgeschafft. Frischhaltetüten, die aussehen wie herkömmliche Brottüten, sind vollständig biologisch abbaubar und halten das Brot mindestens genauso lange frisch. Wir beteiligen uns an regionalen Projekten wie dem „Back-Cup“ bei Krome´s Backstube, die es sich zum Ziel gesetzt haben, den Verbrauch von To Go Bechern zu reduzieren.

Was viele nicht wissen, ist, dass Lebensmittelverschwendung für 8% der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. Zusätzlich hungern so viele Menschen auf dieser Welt, weswegen wir uns gegen Lebensmittelverschwendung aussprechen. Wir nehmen an dem Projekt „Too Good To Go“ teil, in dessen Rahmen Produkte aus Überproduktionen in „Wundertüten“ gepackt werden und für einen vergünstigten Preis an die Kunden verkauft werden. Viele Materialien im täglichen Bäckereigeschäft sind auch leicht zu eliminieren: so werfen wir Plastikumrührstäbchen aus dem Sortiment, genauso wie Kondensmilch aus Plastikbehältern oder Zucker gibt es nicht mehr einzeln verpackt, sondern als Streuer. So werden immense Mengen an Abfall eingespart. Beim Einkauf unserer Verpackungsmaterialien achten wir darauf, dass Altpapier sowie Rohstoffe aus Wäldern bezogen werden, die sich durch einen nachhaltigen Anbau auszeichnen (FSC-Papier). Um unser Ziel der Klimaneutralität zu erreichen, erwerben wir für jene Bereiche, in denen eine klimaneutrale Produktion nicht vollständig möglich ist, Klimaschutzzertifikate. Unsere Emissionen werden berechnet und entsprechend Klimaschutzzertifikate erworben.  Mit dem Erlös aus dem Verkauf der Zertifikate werden Klimaschutzprojekte ins Leben gerufen oder unterstützt. Dabei werden beispielsweise genau so viele Bäume gepflanzt, dass unsere Emissionen wieder ausgeglichen werden. Für uns ist es elementar, dass die Natur in ihrer Existenz bewahrt wird und ihr ausreichend Raum und Zeit gegeben wird, um sich entsprechend zu regenerieren.

 

Ökonomische Nachhaltigkeit

Auch im ökonomischen Bereich kann und muss nachhaltig gehandelt werden. Einen gesellschaftlichen finanziellen Beitrag zu leisten, zählt dabei genauso dazu, wie die kontinuierliche Schaffung von Unternehmenswert, um langfristig Gewinne zu erwirtschaften. Wir legen großen Wert auf ein nachhaltiges und gesundes Wachstum mit unseren Betrieben. Ein ökonomisch nachhaltiges Handeln nimmt großen Einfluss auf das langfristige, erfolgreiche Bestehen eines Unternehmens.

 

Wir hoffen, dass wir Ihnen einige Möglichkeiten aufzeigen konnten, wie allgemein, aber auch im Speziellen in der Bäckereibranche nachhaltig gehandelt werden kann und sollte. Da nur einige Beispiele angerissen wurden, werden wir Ihnen zukünftig regelmäßig Einblicke in konkrete nachhaltige Projekte beim Haus der Bäcker und seinen Betrieben geben.