PANEUM – Wunderkammer des Brotes

Veröffentlicht am 31.08.20

Das Wissen der Welt 

Ein besonders wertvoller Schatz des PANEUMS ist das zweitälteste Bäckerbuch der Welt. Dieses Buch stammt von der Bäcker-Bruderschaft Pauda, die von 1461 bis 1630 darin ihr Wissen zum Thema Brot niederschrieb. Als 1630 der Ort Pauda von der Pest heimgesucht wurde, starben auch die Bäcker der Bruderschaft Pauda. Zurück blieben Jahrhunderte Erfahrung über die Geschichte des Brotes und ein paar leere Seiten. Dieses Buch hat seinen Weg in das PANEUM gefunden und kann hier von den Besuchern bestaunt werden. 

 

Die Schandmaske 

Das mittelalterliche Bäckerdasein war geprägt von harten Strafen. Ein Bäcker musste vielen Richtlinien folgen. Von der Höhe der Brottaxe über das Gewicht der fertig gebackenen Brote bis hin zu backfreien Tagen. Wer eine der unzähligen Regeln, die ein Bäcker zu beachten hatte, brach, musste die Schandmaske tragen oder wurde sogar in einen Schandkorb gesteckt. Besonders verbreitet war vom 13. bis zum 18. Jahrhundert die sogenannte „Bäckertaufe“. Wenn das Brot eines Bäckers nicht der vorgeschriebenen Gewichtsangabe entsprach, wurde der Bäcker an einen Stuhl gefesselt oder in einen Schandkorb gesteckt und anschließend immer wieder ins Wasser oder schlimmer noch, in Jauche, getaucht. Ein solcher Schandkorb und eine Schandmaske sind im Paneum ausgestellt und können dort begutachtet werden.  

 

Schützen und Bewahren 

Brot war und ist ein Hauptbestandteil der Nahrung der Menschheit. Somit war schon immer Einfallsreichtum gefragt, wenn es um die Aufbewahrung von Brot geht. Vor allem früher war der Hauptfeind des Brotes nicht etwa der Schimmel, sondern vielmehr Ungeziefer und Nager. Besonders einfallsreich waren die Bürger im biblischen Palästina. Hier wurde und wird bis heute das Brot als Ring oder Lochbrot gebacken. Dieses wird auf einen Brotstab aufgefädelt und aufgehängt. So haben Nager keine Chance an das Brot heranzukommen. Eine andere Möglichkeit, das Brot nicht nur vor Nagern, sondern auch vor Schimmel zu schützen, ist die Lagerung in einem Brotkasten. Für diesen wurden früher oft Materialien wie Holz, Metall, Keramik oder Emaille verwendet. Das Paneum hat in seiner Sammlung an Antiquitäten auch einen alten Brotkasten aus Metall und einige Brotstäbe.